Ein Konzert zu Leben und Tod im Kerzenschein

Ein Konzert zu Leben und Tod im Kerzenschein

Die Ereignisse der aktuellen Zeit drängen gerade dazu, über Vergänglichkeit nachzudenken. Im zeitigen Frühjahr 2020 schon geahnt, wird je länger je mehr gewiss, dass wir uns in einem grossen Umbruch befinden.

Die ergreifenden Kompositionen zu Vanitas und Totentanz aus unterschiedlichen Zeiten hel­fen, das Überwältigende der aktuellen Zeit in einen grösseren Kontext zu stellen. Sie bieten un­mittelbar Trost. Wir möchten ein Ereignis schaffen, das mehr will als Ablenkung und Unterhal­tung für die Dauer eines Konzerts. Die bewusst spärliche Beleuchtung, vorwiegend mit Kerzen realisiert, hilft mit, in der Zeit vor dem Advent einen Moment der Einkehr und Kontemplation zu schaffen.

Die Zusammenarbeit des vielseitigen Berner Musikers, Sängers, Musikwissenschaftlers und Kompo­nisten Moritz Achermann mit Grenzklang hat sich bereits mehrfach bewährt. Unvergessen bleiben das Weihnachtskonzert im Schloss Thunstetten und die Aufführung in Obergesteln mit seinem Chor Sup­pléments musiceaux. Aktuell ist es die Adaption des Bach‘schen Weihnachtsoratoriums für eine Auf­führung in Coronazeiten mit der Besetzung Akkordeon, Blockflöte, Querflöte, Orgel und Violone.

Die Kombination von Ernsthafigkeit und jugendlicher Frechheit, der Entdeckerlust und der puren Freude am Klang, der Musik für den Augenblick, machen die Aufführung mit Moritz Achermann und seinem Chor Suppléments musiceaux stets zu einem singulären, eindrücklichen Erlebnis.

Begleitet wird der Chor von Grenzklang in Kleinstbesetzung: Sabina Weyermann, Blockflöte und Rainer Walker, Tasten, sind die Gründer der Kulturinitiative aus dem Oberaargau und für Überraschungen bekannt. Neben den einfach schö­nen Programmen mit barocker Musik verwirklichen sie Aufsehen erregende Veranstaltungen und scheuen sich zum Beispiel nicht, Schwyzerörgeli mit einem Barockorchester zu kombinieren, um für eine Trachtengruppe aufzuspielen.

Besetzung

Suppléments musicaux, 
Moritz Achermann - Leitung
Vera Hiltbrunner, Sopran
Sabina Weyermann – Blockflöten, 
Rainer Walker - Orgel     

Suppléments musicaux
Das junge Berner Vokalensemble Suppléments musicaux formierte sich im Sommer 2012 rund um eine Grup-pe ehemaliger SchülerInnen und Schüler des Gymnasiums Neufeld, GesangsstudentInnen und Singbegeister-ten. Im reichen Berner Chorwesen möchten sich Suppléments musicaux als flexibles und agiles Ensemble po-sitionieren und mit besonderen Programmen und Konzerten einen Beitrag zum hiesigen kulturellen Leben leisten.
Musikalisch wollen sich Suppléments musicaux abseits vom gängigen Repertoire bewegen und sich der Pflege selten aufgeführter Werke widmen. Besonders die Musik des 20. Und 21. Jahrhunderts soll einen festen Platz in den Programmen erhalten. Ein weiteres Anliegen ist es dem Ensemble, Werke von Komponistinnen aufzu-führen. Die Zusammenstellung der Werke erfolgt epochenübergreifend und orientiert sich an thematischen Zusammenhängen. Werke sollen in gewissen Kontexten präsentiert werden, sich kontrastieren und ergänzen und somit den Zuhörenden neue Horizonte eröffnen.

Moritz Achermann 
Moritz Achermann (*1991) studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Bern bevor er im Herbst 2016 in die Gesangsklasse von Kai Wessel an der Hochschule der Künste Bern eintrat. Er arbeitet als Chorleiter, Theatermusiker, Komponist und Musikkritiker und schreibt Texte für Musikfestivals und Konzert-veranstalter. Er erhielt Kompositionsaufträge für das Barockensemble Il dolcimelo, das Vokalensemble Belcan-to, das Jugendorchester Köniz, das orchestra giovane und das Kammerorchester musica movendi. Seine Stü-cke für Chor und Marimba wurden vom Norsk Musikforlag in Oslo publiziert. Er ist Co-Leiter der Theatergrup-pe des Gymnasiums Neufeld und war als Musiker in Theaterproduktionen am Stadttheater Bern, am Theater Biel-Solothurn und in der freien Szene engagiert. Diverse Projekte realisierte er mit dem Theaterkollektiv Faust Gottes. Er war drei Jahre Präsident des Berner StudentInnentheaters und unterrichtete ein Semester an der pädagogischen Hochschule Zürich. Moritz Achermann dirigiert das von ihm gegründete Vokalensemble Suppléments musicaux, mit dem er 2014 den Jugendpreis der Burgergemeinde Bern gewann, den Chor Laltra-cosa, den Berner Generationenchor, das Kammerorchester Campo fiorente und betätigt sich als Sänger, DJ und Performer.

Veranstaltungsorte

12. November 2021,
13. November 2021, ref. Kirche Wangen an der Aare, 19:30 Uhr
20. November 2021, Pfarrkirche Mörel-Filet, VS, 19:30 Uhr
21. November 2021, ref. Kirche Zollikofen,

Kurzbeschrieb

 „Vanitas vanitatum et omnia vanitas“. Überall Vergänglichkeit. Für die Menschen des 16. und 17. Jahr­hunderts war die Vergänglichkeit alles Irdischen allgegenwärtig. Pest-Epidemien, klimatische Verände­rungen und die Verheerungen des 30-jährigen Krieges prägten jene leidvolle Zeit der grossen Umwälzun­gen. Die Allgegenwart des Todes durchdrang jeden Bereich des menschlichen Lebens und nicht zuletzt auch die Kunst jener Zeit. Totentanz-Darstellungen erlebten eine neuerliche Blüte und der gregorianische Hymnus „Media vita in morto sumus“ („Mitten im Leben sind wir im Tod“) wurde von unzähligen Kom­ponisten aufgegriffen. In diesen Werken äussert sich der Schmerz einer ganzen Epoche, ebenso wie der dringliche Wunsch nach Erlösung.

Unser Programm spannt einen Bogen von der Renaissance in die Gegenwart. „Media Vita“-Vertonun­gen“ von Orlando di Lasso und Henri Dumont treffen auf Leonhard Lechners aphoristische „Deutsche Sprüche vom Leben und Tod“, Trauergesänge des Frühbarock, sowie Instrumentalstücke für Blockflöte und Orgel. Kommentiert werden diese historischen Werke von einer zeitgenössischen Totentanz-Musik aus der Feder des Chorleiters Moritz Achermann.